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Der Name des Traditionsvereins hat
besonders am Niederrhein einen guten Klang. Auf dem Amateursektor
haben die Sterkrader Kicker jedenfalls ein Stück Fußballgeschichte
mitgeprägt. Die Anlage “Am Dicken Stein” ist ein weithin bekannter
Begriff.
Vor etwa 95 Jahren hatten sich die ländlichen Bereiche an Rhein, Ruhr
und Emscher in dichtgedrängte Industriegebiete gewandelt. Vor allem
der Bergbau und die Stahlindustrie boomten. Und wo hart gearbeitet
wurde, konnte auch der Sport als körperlicher Ausgleich nicht “abseits”
stehen. Nach der Jahrhundertwende und der Gründung des Deutschen Fußballbundes
wuchsen auch im Groß-Oberhausener Raum die Vereine wie Pilze aus der
Erde.
Die Geburtsstätte von Spielverein Sterkrade 06 soll der “Kleine Markt”
gewesen sein. Die kleine Sportgemeinschaft nannte sich zunächst “Minerva”,
spielte Fußball auf einem kleinen Gelände von 50 mal 60 Meter. Dabei
störte es nicht, dass mitten auf dem Platz ein Krieger-Denkmal stand.
Das Vereinswesen nahm feste Formen an, als sich Heinrich Schäfer und
Mitgefährten zu Versammlungen in der Toreinfahrt seines elterlichen
Geschäftes in der Kantstraße trafen. Den ersten Fußball hatte Kaufmann
Wilhelm Ortmann gestiftet. Trainiert wurde in Schepermann’s Garten.
Als es untereinander den ersten Krach gab, blieb “Minerva” auf der
Strecke. Das führte dazu, daß tatenfreudige Männer etwas später den
“Spielverein 06” aus der Taufe hoben. Der Spielbetrieb wurde nun strenger
organisiert. Am 15. November 1906 gab es die erste Satzung mit dem
Gründungstag 13. Mai 1906 vermerkt. Zwei Jahre später schloss man
sich dem Westdeutschen Fußballverband an.
Die zweite Wurzel des Vereins entstand als Spielclub 07 Sterkrade.
Zunächst wurde auf einem Platz am Wasserturm gespielt, später auf
einem Feld des Bauern Timmerhaus an der Tackenbergstraße. In der 1908
eröffneten Gaststätte “Am Dicken Stein” hatten die Mitglieder ihr
Domizil.
Bereits 1926 spielte die Fußballmannschaft in der Gauliga Niederrhein.
Die aktiven des benachbarten Spielverein 06 kickten mittlerweile
auf einem Weideland des Bauern Schäfer an der Biefangstraße. Beide
Klubs schlossen sich schließlich unter Protektor Klapdor, einem Direktor
der Gutehoffnungshütte - zu der ein enger Kontakt bestand - und dem
Vorsitzenden Theo Nußbaum zur Spielvereinigung Sterkrade 06/07
zusammen. Die führende Rolle konnten die Fußballer aus Sterkrade währen
der sogenannten Hitler-Zeit von 1933 bis 1945 nicht behaupten. Mit
RWO war im Oberhausener Raum mächtige Konkurrenz entstanden. Gleich
nach dem Krieg ging man bei Sterkrade 06/07 mit allen Kräften
an den Wiederaufbau. Schon bald rollte am “Dicken Stein” wieder das
Leder.
Als 1947 der Vertragsfußball eingeführt wurde, hatten sich auch die
Sterkrader qualifizeirt. Die damaligen Verantwortlichen muteten dem
Verein dieses Risiko nicht zu. Sie konzentrierten sich mit großem
Elan auf ihre Aufgaben im Amateurbereich. Das “Nein” zum bezahlten
Fußball war allerdings auch mit dem ständigen Abgang von erstklassigen
Spielern verbunden, die von zahlungskräftigen Klubs angeheuert wurden.
In Sterkrade wurde sehenswerter Amateurfußball geboten. Die 1. Mannschaft
gehörte zur Elite des Niederrheins, hatte in dem mehrfachen, leider
so früh verstorbenen Nationalspieler Karl Klug ein erstklassiges Vorbild.
Mit Elan stürmten die Blau-Weißen in die sogenannten “Goldenen 50er
Jahre”. Das Team mischte in seiner Klasse ständig oben mit. Der 21.
November 1954 war ein besonderer Tag. Da wurde das vereinseigene Stadion
“Am Dicken Stein” im festlichen Rahmen seiner Bestimmung übergeben.
Zum Eröffnungsspiel kam die Mannschaft vom 1. FC Kaiserslautern, damals
am populärsten in Deutschland. Vor 10000 Zuschauern siegten die Pfälzer
nur knapp mit 2:1. Ein Jahr später setzten die Sterkrader einen weiteren
sportlichen Glanzpunkt. Sie wurden wieder Gruppensieger, wurden dann
zwar nicht Niederrheinmeister, konnten aber nach dem Verzicht des
Homberger SV erstmals an der deutschen Amateurmeisterschaft teilnehmen.
Hier scheiterten sie an den übermächtigen Sportfreunden aus Siegen.
Den Niederrheintitel errangen sie dann doch 1970, blieben aber in
der Qualifikation um einen Platz in der Regionalliga West auf der
Strecke. Wieder ein Jahr später nahmen die Kicker vom “Dicken Stein”
noch einmal als Vizemeister an der deutschen Amateurmeisterschaft
teil, wurden jedoch in der 2. Runde vom FSV Frankfurt ausgebootet.
Die Pflege des Nachwuchses hatte schon lange einen besonderen Stellenwert.
Viele Erfolge verbuchten immer wieder Jugendmannschaften, 1969 erkämpfte
sich die A-Jugend die westdeutsche Vizemeisterschaft, unterlag im
Finale dem späteren Deutschen Meister VFL Bochum vor 10000 Zuschauern
mit 3:4.
Die Verantwortlichen hielten das beträchtliche Vereinsvermögen infolge
erstklassiger Kassenführung beisammen. Erst als Hermann Sassen 1973
als 1. Vorsitzender zurücktrat, stellte sich Rückläufigkeit ein. Wie
beim Nachbarn RWO operierte auch am “Dicken Stein” zeitweilig ein
Notvorstand. 1977 sah der damalige Vorsitzende Wilming eine Rettung
in der Fusion mit SuS Klosterhardt. Dieser Verein wurde von Hermann
Schulz geführt. In der Folgezeit wurden reichlich Fehler produziert.
Die hochtrabenden Pläne, in Oberhausen die Nummern eins zu werden,
zerplatzten wie Seifenblasen. Wirtschaftlich schlitterte der Klub
in tiefrote Zahlen. Sportlich ging es abwärts. So stieg die 1. Mannschaft
nach Abschluß der Saison 1977/78 aus der Verbandsliga Niederrhein
ab.
Als einziger Verein vom Niederrhein hatten die Kicker vom “Dicken
Stein” alle 22 Jahre bis zur Einführung der Oberliga Nordrhein in
dieser bis dahin höchsten deutschen Amateurklasse durchgehalten. Der
Zusammenschluß brachte also keineswegs den erhofften Erfolg. Als im
zweiten Jahr der Ära der Aufstieg nicht gelang, schied Hermann Schulz
aus. Vorsitzender Wilming blieb im Amt, bis man ihn schließlich zwang
seinen Hut zu nehmen. Der Schuldenberg war mächtig angewachsen. Nur
der Verkauf des Klubhauses und die Übernahme des Stadions durch die
Stadt konnte den Verein noch retten. Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga
rutschten die Sterkrader noch bis zur Bezirksliga ab, wo sie ein Jahrzehnt
sozusagen ihr Dasein fristeten. Im Jahre 1994 gelang dann, mit Unterstützung
des damaligen Sponsors Eurocon, unter Trainer Pierro Lussu endlich
wieder der Aufstieg in die Landesliga. Diese Freude währte aber nur
zwei Jahre, dann folgte wieder der bittere Abstieg in die Bezirksliga,
wo die Mannschaft die nächsten sieben Spielzeiten verbringen
musste.
In der Spielsaison 2002/2003 gelang dann unter Trainer Robert Prokein
endlich wieder der langersehnte Wiederaufstieg in die Landesliga.
Seiner Maxime, den Jugendbereich zu fördern und sein Spielerpotential
möglichst aus den eigenen Reihen zu beziehen, ist der Verein bis heute
treu geblieben.
Hier geht es zum Vereinslied
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